Bei gleichen Ergebnissen sollten statt weiterer Runden andere Kriterien des Stechens festgesetzt werden, z. B. das Ergebnis der letzten 9, 6, 3, 1 Löcher des Eclectic-Ergebnisses abzüglich anteiliger Vorgabe (im Netto).
VORGABENZUTEILUNG: Internationaler Praxis folgend empfiehlt der DGV, dem Spieler mit höherer Spielvorgabe den vollen Spielvorgabenunterschied zur niedrigeren Spielvorgabe des Gegners zu gewähren. Die „zu gebenden“ Vorgabenschläge werden nach internationaler Gepflogenheit auf Basis der Vorgabenverteilung auf die Löcher verteilt, beginnend mit dem Loch mit der Vorgabenverteilung 1 aufwärts. Zwar mag es für den Spieler mit niedriger Vorgabe schwer erscheinen, ein Lochspiel zu gewinnen, wenn er dem Gegner die volle Differenz zu dessen Spielvorgabe „vorgeben“ muss. Dies ist allerdings bloße Folge des Umstandes, dass es sich um ein Netto-Lochspiel handelt und Spieler mit hohen Vorgaben in der Nettowertung regelmäßig zu größeren Unterspielungen fähig sind, egal ob im Lochspiel oder im Zählspiel. Man könnte deshalb auch vertreten, dass ein geringerer Spielvorgabenunterschied den Interessen der Gegner im Lochspiel eher gerecht wird. Denn man kann wohl davon ausgehen, dass ein Spieler mit hoher Vorgabe seine Vorgabenschläge nicht gleichmäßig an vielen Löchern „verbraucht“, sondern ein hohes Spielergebnis an einem Loch von mehreren guten ausgeglichen wird. Ein sehr hohes Ergebnis an einem Loch aber bedeutet im Lochspiel lediglich einen einzigen Lochverlust. Damit gerät der Spieler mit der niedrigeren Vorgabe evtl. doch ungewollt ins Hintertreffen.
Diese Spiele werden (wenn überhaupt) meist nur als Privatrunden gespielt, da sie weder vorgabenwirksam sein können noch den Vergleich einer größeren Anzahl Spieler untereinander ermöglichen. Die Spiele werden in den Golfregeln erläutert. Es handelt sich um:
Ein Dreier ist ein Wettkampf, in dem einer gegen zwei und jede Partei nur einen Ball spielt. Der Dreier kann sowohl als Lochspiel wie auch als Zählspiel durchgeführt werden.
1.2.2 Dreiball gemäß Regel 30
Ein Dreiball ist ein Lochspiel, in dem drei Spieler gegeneinander spielen, jeder seinen eigenen Ball. Jeder Spieler spielt zwei voneinander unabhängige Lochspiele.
1.3 Vierer
1.3.1 Vierer-Zählspiel gemäß Regel 29-1 und 29-3
VORGABENZUTEILUNG: 1/2 Summe der Spielvorgaben der Partner für die Runde, d. h. das Paar spielt mit dem Mittelwert der beiden Einzelvorgaben.
1.3.2 Vierer-Zählspiel mit Auswahltreibschlag
Beide Partner schlagen an jedem Loch ab, wählen einen der beiden Bälle aus und spielen den ausgewählten Ball wie im „regulären“ Vierer weiter. Kann keiner der beiden Bälle nach dem Abschlag weitergespielt werden (z. B. beide „Aus“, verloren oder von außerhalb des Abschlags gespielt), so beschränkt sich das Wahlrecht auf die Wahl desjenigen Balls, mit dem nach der entsprechenden Regel verfahren werden soll. Das Gebot, abwechselnd zu schlagen, muss dabei beachtet werden.
Hinweis 1: Entscheidet sich ein gemischtes Paar, nach Regel 20-5 einen Ball von der Stelle des vorherigen Schlages zu spielen, weil der ursprüngliche Ball im„Aus“ oder unspielbar liegt, so muss (sollte es sich bei der Stelle des vorherigen Schlages um den Abschlag gehandelt haben) die Dame den Ball vom Herrenabschlag spielen und umgekehrt.
Hinweis 2: Das Spielen eines provisorischen Balls wird beim Vierer mit Auswahltreibschlag nicht empfohlen, da dieser automatisch zum „Ball im Spiel“ wird, wenn der ursprüngliche Ball nicht gefunden wird. In diesem Fall hat die Partei mit diesem Ball und dem ursprünglichen Ball schon zwei Schläge gemacht und noch einen Strafschlag nach Regel 27-1 zu notieren. Der Zeitpunkt der Auswahl eines der beiden Abschläge (nach dem ersten Schlag) ist dann überschritten, so dass der andere Ball aufgehoben werden muss. Nur wenn ein Ball mit Sicherheit verloren oder „Aus“ ist und der andere Ball ebenfalls gesucht werden muss, empfiehlt es sich, für den evtl. noch wieder zu findenden Ball einen provisorischen Ball zu spielen.
VORGABENZUTEILUNG: Addition von 0,6 der niedrigeren und 0,4 der höheren Spielvorgabe der Partner; Summe auf ganze Schläge auf- (ab 0,5) oder abgerundet (bis 0,4). Bei Stechen nach Regel 33-6 mit Vorgabe ebenfalls Berücksichtigung der anteiligen Vorgabe. Dieses Verfahren berücksichtigt die Tatsache, dass der Spieler mit der niedrigeren Vorgabe etwas mehr zum Erfolg beitragen kann.
1.3.3 Chapman-Zählspiel
Das Loch beginnt wie im „Vierer mit Auswahltreibschlag“, danach spielen die Partner mit beiden Bällen über Kreuz den zweiten Schlag, d. h. jeder Spieler spielt den zweiten Schlag mit dem Ball seines Partners. Erst nach dem zweiten Schlag erfolgt eine Auswahl des Balls und Fortsetzung des Lochs wie beim Auswahltreibschlag.
VORGABENZUTEILUNG: 1/2 Summe der Spielvorgaben der Partner für die Runde. Hier kann man, anders als beim Vierer-Zählspiel mit Auswahltreibschlag, wieder vom Mittelwert ausgehen, da beide Partner gleichermaßen am Spiel beteiligt sind.
1.3.4 Vierball-Zählspiel gemäß Regel 31
VORGABENZUTEILUNG: Da die Partner strategisch voneinander profitieren können, empfiehlt der DGV: 3/4 der jeweiligen Spielvorgabe - (ab 0,5) oder abgerundet (bis 0,4), für jeden Partner separat auf die nach Vorgabenverteilung schwersten Löcher verteilt. Allerdings ist auch die volle Vorgabe vorstellbar. Geht ein Spiel bzw. ein Stechen nach Regel 33-6 der Golfregeln mit Vorgabe über weniger als 18 Löcher, so gilt an jedem Loch die Vorgabe gemäß dieser Verteilung.
1.3.5 Aggregat-Zählspiel
Die Rundenergebnisse der Partner werden addiert. Jeder Spieler spielt seinen eigenen Ball.
VORGABENZUTEILUNG: Spielvorgabe pro Partner für die Runde.
Hinweise für weitere Zählspiel-Wertungsarten:
Vierer-Spiele nach Stableford: Wie o. g. Vierer-Spiele, jedoch wird die Vorgabe auf die Löcher verteilt. Vierer-Spiele gegen Par: Wie o. g. Vierer-Spiele, jedoch wird die Vorgabe auf die Löcher verteilt.
1.3.6 Vierer-Lochspiel gemäß Erklärung „Parteien im Lochspiel” und Regel 29-2
VORGABENZUTEILUNG: siehe Ziffer 4.1.2.
1.3.7 Vierball „bester/schlechtester Ball” mit Punktwertung
An jedem Loch wird um bis zu zwei Punkte gespielt: Einen Punkt erhält die Partei, die den besten Ball hat; ist der beste Ball beider Parteien gleich, so entfällt der Punkt. Einen Punkt erhält die Partei, die nicht den schlechtesten Ball hat; ist der schlechteste Ball beider Parteien gleich, so entfällt der Punkt.
Beispiele:
Partei A/B netto 4/6; C/D netto 4/5: Ein Punkt für C/D.
Partei A/B netto 3/4; C/D netto 4/5: Zwei Punkte für A/B.
Partei A/B netto 4/5; C/D netto 5/5: Ein Punkt für A/B.
Partei A/B netto 4/6; C/D netto 5/5: Kein Punkt.
VORGABENZUTEILUNG: Da die Partner strategisch voneinander profitieren können, empfiehlt der DGV: 3/4 der Restvorgaben der Spieler, je für sich auf die Löcher verteilt. Allerdings wäre die volle Restvorgabe auch vorstellbar.Die Spielvorgabe des Spielers mit der niedrigsten Vorgabe wird auf Null gesetzt und zugleich dessen Spielvorgabe von den Spielvorgaben der übrigen Spieler abgezogen. So sind die Vorgabenschläge leichter „im Kopf“ nachzuhalten, da in derartigen Runden nicht immer eine Zählkarte geführt wird. Die nach Abzug verbleibende Vorgabe (Restvorgabe) jedes Spielers bzw. 3/4 davon wird auf die Löcher verteilt.
1.3.8 Vierball „bester Ball und Aggregat” mit Punktwertung
An jedem Loch wird um bis zu zwei Punkte gespielt: Einen Punkt erhält die Partei, die den besten Ball hat; ist der beste Ball beider Parteien gleich, so entfällt der Punkt. Einen Punkt erhält die Partei mit dem geringsten Aggregat; sind die Aggregate beider Parteien gleich, so entfällt der Punkt.
Beispiele:
Partei A/B netto 4/5; C/D netto 5/5: Zwei Punkte für A/B.
Partei A/B netto 4/6; C/D netto 5/5: Ein Punkt für A/B.
Partei A/B netto 3/6; C/D netto 4/4: Kein Punkt.
VORGABENZUTEILUNG: siehe Ziffer 4.3.7.
1.3.9. Vierball gemäß Erklärung „Parteien im Lochspiel” und Regel 30
VORGABENZUTEILUNG: s. o. Vierball-Spiel
Darüber hinaus gibt es weitere besondere Spielformen wie Flaggenwettspiel, Bisques, Skins, Bindfadenspiel, Querfeldein, Scrambles und die verschiedensten Mannschaftswettbewerbe. Publikationen mit Erklärungen solcher Spielformen sind im gut sortierten Buchhandel erhältlich.
1.4 Vorgabenzuteilung
1.4.1 Spielvorgabe für die Runde (Zählspiel)
Vom Ergebnis der 18-Löcher-Runde wird die Spielvorgabe des Bewerbers abgezogen, bei Plusvorgaben zum Bruttoergebnis addiert. Geht ein Spiel, bzw. ein Stechen nach Regel 33-6 der Golfregeln mit Vorgabe, über weniger als 18 Löcher, so sind die Anzahl der Löcher mit 1/18 der Spielvorgabe zu multiplizieren (und danach auf- bzw. abzurunden). Beispiele: Anteilige Spielvorgabe
14 für 3 Löcher = 2.33 = 2
13 für 5 Löcher = 3.61 = 4
15 für 7 Löcher = 5.83 = 6
1.4.2 Spielvorgabe auf die Löcher verteilt (Stableford, gegen Par,
Netto - Lochweises Stechen)
Die Spielvorgabe des Bewerbers wird auf die gemäß Vorgabenverteilung schwersten Löcher der 18-Löcher-Runde verteilt (Beispiel: Ein Spieler mit Vorgabe 18 erhält pro Loch einer 18-Löcher-Runde einenVorgabenschlag. Ein Spieler mit Vorgabe 20 erhält am schwierigsten und zweitschwierigsten Loch je einen weiteren Vorgabenschlag. Ein Spieler mit Vorgabe 36 erhält pro Loch zwei Vorgabenschläge.). Geht ein Spiel bzw. ein Stechen nach Regel 33-6 der Golfregeln mit Vorgabe über weniger als 18 Löcher, so gilt an jedem Loch die Vorgabe gemäß dieser Verteilung.
1.4.3 Ganzer bzw. 3/4 des Unterschieds (Lochspiel)
Die Differenz der Spielvorgaben der Gegner bzw. 3/4 davon (auf ganze Schläge ab 0.5 auf, bis 0.4 abgerundet) wird nach der Vorgabenverteilung verteilt. Geht ein Spiel bzw. eine Verlängerung nach Regel 2-4 der Golfregeln oder ein Stechen nach Regel 33-6 der Golfregeln mit Vorgabe über weniger als 18 Löcher, so gilt an jedem Loch die Vorgabe gemäß dieser Verteilung.
1.4.4 1/2 Summe der Spielvorgaben für die Runde (Vierer, Dreier)
Vom Ergebnis der 18-Löcher-Runde wird die Hälfte der addierten Spielvorgaben (Mittelwert) der Partner abgezogen. Rechenergebnisse von 0,5 werden nicht aufgerundet, sondern bleiben stehen. Geht ein Spiel bzw. ein Stechen nach Regel 33-6 der Golfregeln mit Vorgabe über weniger als 18 Löcher: Rechenverfahren sinngemäß wie bei „Spielvorgabe für die Runde“.
1.4.5 1/2 Summe der Spielvorgaben auf die Löcher verteilt (Dreier und Vierer nach Stableford und gegen Par)
Die „1/2 Summe der Spielvorgaben für die Runde“ (Mittelwert) wird auf die nach dem Vorgabenverteilungsschlüssel schwersten Löcher verteilt, wobei Rechenergebnisse von 0,5 auf ganze Schläge aufgerundet werden. Geht ein Spiel bzw. ein Stechen nach Regel 33-6 der Golfregeln mit Vorgabe über weniger als 18 Löcher, so gilt an jedem Loch die Vorgabe gemäß dieser Verteilung.
1.5 Vorgabenverteilung
Während in allen anderen Sportarten im Wesentlichen die absoluten Leistungen („Brutto“) der Sportler verglichen werden, kennt Golf eine zusätzliche Wertung („Netto“) nach einem fein ausbalancierten System, dem Vorgabensystem. Im Amateurbereich spielt es sogar eine bestimmende Rolle: Nettowertungen werden der Wettspielauswertung zu Grunde gelegt, Bruttoergebnisse oft nur am Rande erwähnt oder nur bei sportlich anspruchsvollen Wettspielen ausgeschrieben. Weil das so ist, kommt der Anwendung des DGV-Vorgabensystems
mit der Möglichkeit von „Nettowertungen“ entscheidende Bedeutung zu. So erreicht man, dass Spieler unterschiedlicher Spielstärken gegeneinander antreten können, ohne dass der bessere Spieler von vornherein uneinholbar vorne liegt. Man vergleicht die relative Leistung im Verhältnis zum individuellen Spielvermögen und stellt damit den sportlichen Wettkampf auf eine völlig neue Grundlage.
Bei der Abrechnung eines Einzel-Zählspiels genügt es, die dem Spieler zustehenden Vorgabenschläge (also seine DGV-Spielvorgabe/Club-Spielvorgabe) pauschal von seinem Rundenergebnis abzuziehen. Es spielt hier keine Rolle, an welchen Löchern er welche Schlagzahl erzielt hat.Anders verhält es sich bei Zählspielen gegen Par oder nach Stableford und bei Lochspielen. Dort wird lochweise gewertet. Um lochweise werten zu können, muss für alle Beteiligten feststehen, an welchen Löchern einzelne Vorgabenschläge der DGV-Spielvorgabe bzw.
Club-Spielvorgabe zu verrechnen sind. Deshalb schreibt auch Regel 33-4 der Golfregeln vor, dass die Spielleitung die Vorgabenverteilung auf die einzelnen Löcher bekannt geben muss. Theoretisch könnte eine Spielleitung also für jedes Wettspiel in ihrer Verantwortung die Vorgabenverteilung abweichend vornehmen. Der Praxis entspricht das nicht, der Spielausschuss wird dauerhaft eine Vorgabenverteilung festsetzen und auf Zählkarten und Abschlagstafeln bekannt machen.
Will man die zugestandenen Vorgabenschläge für die Spieler sinnvoll auf die 18 Löcher verteilen, so wird man nicht umhin kommen, Vorgabenschläge dort zu gewähren, wo es den Spielern am schwersten fällt, Par zu spielen. Hier werden sie am ehesten auf einen zusätzlichen Schlag (oder zwei bis drei Schläge, je nach Vorgabe) angewiesen sein, der vom Ergebnis des Lochs für die Nettowertung abgezogen werden darf. Wie kann man diesem Erfordernis nun nachkommen?
Wenn von einer Golfanlage schon eine repräsentative Anzahl von (Wett-) Spielergebnissen vorliegt, kann man diese zur Entscheidung heranziehen. Die Clubverwaltungs-Software enthält im Allgemeinen entsprechende Programme:
Man könnte z. B. ermitteln, wie oft ein Loch Par oder gar besser gespielt worden ist, wie oft ein Bogey zu verzeichnen war, wie oft es zum Doppelbogey kam und wie oft das Ergebnis sogar noch höher war (ggf. für Damen und Herren getrennt, s. u.) Das Ergebnis der Ermittlung wird unterschiedlich ausfallen, je nachdem, ob z. B. DGV-Vorgabenklasse 1 oder 5 zu Grunde gelegt wurde. Es empfiehlt sich, getrennte Auswertungen nach
DGV-Vorgabenklassen und eine Auswertung über alle Klassen anzufertigen. So wird meist schon klar, welche Spielbahnen für alle eine ähnliche Herausforderung darstellen und welche offenbar unterschiedlich erlebt werden. Sinnvollerweise richtet man sich in solchen Zweifelsfällen eher nach dem Gesamtergebnis bzw. nach dem Vorgabendurchschnitt im Verein.
Es leuchtet ein, dass ein Loch mit überwiegend guten Resultaten leichter zu spielen sein wird als eines mit vielen „Versagern“. So ergibt sich eine Skala von Schwierigkeitsgraden, die eine Verteilung der Vorgabenschläge auf die 18 Löcher nahe legt. Das demnach schwierigste Loch würde so die Vorgabenverteilung 1, das leichteste 18 bekommen. Alle anderen Spielbahnen gruppierten sich dazwischen.
Liegen bei neuen Plätzen noch keine Ergebnisse vor, so sollte eine vorläufige Einstufung nach der möglichst sachkundig ermittelten Schwierigkeit der Löcher vorgenommen werden. Dieses theoretisch mögliche Verfahren wird allerdings so einfach nicht angewandt. Es ist dabei noch Folgendes zu bedenken:Schon um ggf. auch eine gerechte Nettowertung von nur neun oder weniger Löchern zu gewährleisten (z. B. beim Stechen), muss die Vorgabenverteilung gleichmäßig auf die beiden Halbrunden (also erste 9-Löcher und zweite 9-Löcher) erfolgen. Auch im Lochspiel ist es wichtig, dass die Vorgabenverteilung gleichmäßig über alle 18 Löcher erfolgt, da andernfalls der Spieler, der von seinem Gegner Vorgabenschläge „bekommt“, bevorzugt (wenn die schwierigen Löcher mit Vorgabenverteilung 1, 2, 3 usw. auf den ersten neun Löchern aufeinander folgen) oder benachteiligt (wenn die schwierigen Löcher mit der Vorgabenverteilung 1, 2, 3 usw. am Ende der Runde liegen) wird.
Man ermittelt deshalb sinnvollerweise innerhalb der ersten und zweiten 9-Löcher die Schwierigkeitsgrade jeweils für die Halbrunden getrennt und vergibt dann die ungeraden Vorgabenschläge (Schwierigkeitsgrade: 1 (schwierigstes Loch der „ersten Neun“), 3 (zweitschwierigstes Loch ...), 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17) auf die ersten Neun und die geraden auf die zweiten Neun (Schwierigkeitsgrade: 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18). Diese Verteilung sieht bereits das DGVVorgabensystem zwingend vor (siehe dort Anhang Ziffer 19./1). Sollen auf 27-Loch-Plätzen 9-Löcher-Runden mehrfach miteinander kombiniert werden, so sollte für die jeweiligen neun Löcher die Vorgabenverteilung getrennt vorgenommen werden (also jeweilige Ermittlung der Schwierigkeitsgrade 1 - 9 für jede 9-Löcher-Runde).
Hinweis 1: Spieler mit „Plus“-Vorgabe müssen Schläge gewähren. Dies beginnt mit dem leichtesten Loch der festgesetzten Runde.
Hinweis 2: Es ist durchaus eine unterschiedliche Vorgabenverteilung für Damen und Herren denkbar. Im Lochspiel gilt dann die Vorgabenverteilung desjenigen Spielers, der Vorgabenschläge „bekommt“. Allerdings empfiehlt sich eine für alle Spieler einheitliche Vorgabenverteilung schon wegen der einfacheren Handhabung (z. B. bei gemischten Vierer-Lochspielen).